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15.05.2024

TSG Kongress: Erfolgreiche Premiere

Mehr als 200 Gäste sorgten beim ersten TSG Kongress unter dem Motto „Performance under Pressure“ für den stimmigen Rahmen einer inspirierenden Veranstaltung. Dank hochkaratiger Gäste wie Fußball-Europameister Oliver Bierhoff und ausgewiesener Experten wie dem Sportpsychologen Hans-Dieter Hermann gelang ein spannender Tag im Zeichen der Herausforderung.

Es war ein Leitstern dieses Tages. Der legendäre Satz des Basketball-Superstars Michael Jordan prangte auf der Leinwand: „I‘ve failed over and over and over again in my life and that is why i succeed.“ Das Scheitern als Chance, als notwendigen Weg zum Erfolg. Es geht um Druck, um Leistung, um den Weg des richtigen, auch des gesunden Umgangs.

Der erste TSG Kongress am 14. Mai in der PreZero Arena stand im Zeichen dieses Oberthemas: Leistung unter Druck, „Performance under pressure“, aus verschiedenen Blickwinkeln, mit ungewöhnlichen Insights, hochkarätigen Experten, und einer guten Prise Humor. Am Ende durften die rund 200 Besucher, darunter auch ehemalige Hochleistungsathleten wie Stabhochspringerin Lisa Ryzih, auf der Business-Ebene einen überaus abwechslungsreichen wie inspirierenden Tag erleben.

„Wir möchten die Wissenschaft mit dem Sport und dem Alltag verbinden“, sagt Jan-Philipp Fischer vom TSG ResearchLab, das den ersten TSG Kongress mitorganisiert hatte: „Wir wollen interessierten Menschen einen Mehrwert bieten und unser Know-how teilen.“ Das gelang eindrucksvoll.

„Empfinde ich eine Situation als bedrohlich oder herausfordernd?“ Diese Frage, aufgeworfen vom Sportpsychologen Hans-Dieter Hermann, markiert die Kreuzung, an der es ums Abbiegen geht – und die jeder Mensch aus seinem Alltag kennt: Großer Druck und doch wird Leistung erwartet. Egal, ob als Profisportler, Hobby-Athlet oder im Büro – die Herausforderung ist weit verbreitet. Beim TSG Kongress stellten sich zudem sechs Gäste einer besonderen Herausforderung, als sie unter dem Jubel und eingespielter Stadionatmosphäre auf dem Rasen der PreZero Arena zum Elfmeterschießen gegen den Hoffenheimer U23-Torwart Eric Verstappen antraten. Sie durften. Oder mussten sie? Genau darum ging es. Und Hans-Dieter Hermann erzählte von echten „Positivdenkern“ wie Miroslav Klose, der – obgleich WM-Rekordtorschütze –bei seiner Auswechslung im WM-Finale 2014 dem jungen Mario Götze Mut zusprach: „Du kannst es möglich machen.“

Aber es blieb zugleich auch Raum für Nachdenklichkeit, für die negative Seite im Umgang mit Druck. So berichtete Petra Dallmann, frühere Schwimm-Weltmeisterin und heutige Sportpsychologin (u.a. am Olympiastützpunkt in Heidelberg) unter dem Titel „Psychisch gesund in Leistungssport?!“ über die Gefahr psychischer Erkrankungen, die Häufung etwa von Essstörungen im Spitzensport und die notwendige Entstigmatisierung von Burn-out und Depression. Uwe Raschke, früherer Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH, sprach kenntnisreich wie amüsant über den Wert richtiger Organisation und Strukturen im beruflichen Kontext, Stand-Up-Paddle-Weltmeister Casper Steinfath berichtete von seinem Kampf an der San Francisco Bay gegen die Natur („Facing the impossible“) und Dr. Karsten Krüger von der Universität Gießen gab einen tiefen Einblick in den genetisch-molekularen Code der Top-Athleten.

Spannende Insights zum Thema Resilienz und Druck gab Oliver Bierhoff den rund 200 Gästen. Der Fußball-Europameister von 1996, der im Jahr 2014 als Manager der Nationalmannschaft auch den WM-Titel holte, kennt das Thema Druck aus mehreren Perspektiven, als Spieler wie als Offizieller. Er persönlich habe immer einen gesunden Umgang damit gefunden, erzählte Bierhoff, mahnte grundsätzlich die richtige Balance an, gestand aber auch: „Wenn du als Akteur im Hochleistungssport nicht mit Druck umgehen kannst, stellt sich die Frage, ob es das richtige Feld für dich ist.“ Der heute 56-Jährige konnte im Gespräch mit Moderator Michael Steinbrecher aus einem überaus großen Fundus von Erinnerungen und Anekdoten schöpfen, gewann in seiner Karriere viele große Titel: Und dennoch schrieb Oliver Bierhoff den Anwesenden ins Notizbuch „Am wichtigsten ist es, die eigene Persönlichkeit zu entwickeln und zu prägen. Da ist es egal, ob du mal Weltmeister warst.“

Den Abschluss des inhaltstarken Kongresses bildete ein Panel-Talk mit TSG-Geschäftsführer Prof. Dr. Jan Mayer, Triathletin Laura Philipp und Prof. Dr. Rainer Knöller vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV). Während Mayer versicherte, „dass wir den Weg der Leistungsdiagnostik, gerade auch im psychischen Bereich, weiterhin konsequent verfolgen werden“, sprach Triathletin Philipp über ihre Trainingsmethoden. „Heutzutage ist natürlich mit Daten und Leistungsüberwachung unglaublich viel möglich, wenn es um ein optimales Training geht. Das nutze ich für mich auch. Allerdings versuche ich zwischendurch auch immer wieder Trainingseinheiten einzubauen, wo es um den Spaß geht. Das ist für mich persönlich extrem wichtig, damit es eben nicht nur in Druck ausartet“, sagt Philipp. Mit Erfolg: Beim Ironman 70.3 auf Mallorca sicherte sich die für die TSG Hoffenheim startende Triathletin den zweiten Platz. Ein großer Erfolg.

Denn diese Erkenntnis, formuliert von Hans-Dieter Hermann, blieb am Ende des Tages: „Es geht darum, etwas erreichen zu wollen, nicht darum, etwas zu vermeiden.“

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