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AKADEMIE
13.01.2023

Gestern TSG-Akademie, heute … (V): Vom Spieler zum Chefcoach

Im fünften Teil unserer Serie „Gestern TSG-Akademie, heute …“ richten wir – aus aktuellem Anlass – den Blick auf einige ehemalige Akademie-Spieler, die sich, teils freiwillig, teils gezwungenermaßen, für ein frühes Karriereende entschieden, um sich der Trainerlaufbahn zu widmen.

Hürzeler viertjüngster Debütant

Weihnachtsgeschenk: Zweitliga-Cheftrainerposten. Neben den Präsenten, die an Heiligabend liebevoll verpackt unterm Christbaum lagen, hatte Fabian Hürzeler am Vorabend noch ein anderes erhalten, in Form eines Arbeitsvertrags. Der Co-Trainer des FC St. Pauli hatte das Angebot seines Arbeitgebers, sich ab sofort hauptverantwortlich um die Profis zu kümmern, mit seiner Unterschrift angenommen.

Der „zweite Bildungsweg“ verlief also positiv für den ehemaligen U23-Spieler der TSG Hoffenheim. Denn lange Zeit sah es so aus, als würde der gebürtige US-Amerikaner selbst Profi werden. Doch nach vielen Jahren als Kapitän und Stammspieler der Jugendmannschaften des FC Bayern München und in den DFB-Auswahlteams schaffte der heute 29-Jährige den letzten Sprung nicht.

Im Sommer 2013 kam Hürzeler schließlich in die TSG-Akademie und war Teil jenes U23-Teams, das unter anderem mit Marvin Schwäbe und Kingsley Schindler (beide heute Profis beim 1.FC Köln) Platz zehn in der Regionalliga Südwest belegte. Nach einem furiosen Saisonauftakt 2014/15 mit zwei Toren in den ersten beiden Partien kehrte der Mittelfeldspieler in seine Heimatstadt München zurück, spielte noch zwei Jahre für die U23 des TSV 1860 und setzte dann als Spielertrainer des FC Pipinsried in der Regionalliga Bayern den Grundstein für seinen aktuellen Beruf.

Nur fünf Zweitliga-Cheftrainer waren übrigens seit Einführung der Eingleisigkeit 1981 jünger als 30 Jahre, zwei der zehn jüngsten arbeiteten beim FC St. Pauli (Michael Lorkowksi, 3., und Helmut Schulte, 6., die in den 1980er Jahren debütierten). Nun gesellt sich der ehemalige TSG-Akademie-Spieler Hürzeler hinzu, der bei seiner Premiere Ende Januar in Nürnberg der viertjüngste Debütant sein wird.

Jaissle in Salzburg gefeiert

Gestern Spieler in der Akademie, heute Cheftrainer – wie gut das funktioniert, hat nicht zuletzt Matthias Jaissle vorgemacht. Im Frühjahr 2007 absolvierte der damalige Innenverteidiger noch mehrere Einsätze für die U19 der TSG, als Chefcoach des FC Salzburg wurde er im Sommer 2021 zu einem der jüngsten Champions-League-Trainer der Königsklassen-Historie.

Nach seinem verletzungsbedingten frühen Karriere-Aus (immerhin 31 Bundesliga-Einsätze für die TSG) hat also auch der mittlerweile 34-Jährige auf die Trainer-Karte gesetzt. Mit Erfolg: Gleich in seiner ersten Spielzeit als Salzburg-Chef holte Jaissle das Double in die Mozart-Stadt und führte seinen Klub erstmals in die K.o.-Phase der Champions League. Derzeit stehen die Österreicher souverän auf Platz eins in der Bundesliga und erwarten Mitte Februar im Europa-League-Sechzehntelfinale die AS Roma.

Ehmann neuer U15-Chef

Auch innerhalb der TSG-Akademie haben ehemalige Akademie-Spieler Trainerposten besetzt. Bereits seit zweieinhalb Jahren ist Paul Ehmann (Spieler von 2008-12) als Co-Trainer in Hoffenheim aktiv, während der Winterpause wurde der 29-Jährige zum Chefcoach der U15 ernannt. Seine frei gewordene Position in der U16 übernimmt mit Johannes Bender ebenfalls ein alter Bekannter: Der 24-Jährige spielte von 2013 bis 2019 bei der TSG und wurde unter den Trainern Julian Nagelsmann bzw. Matthias Kaltenbach 2016 Deutscher A-Junioren-Vizemeister. Derzeit lässt Bender seine zwischendurch beim TSV Steinbach fortgesetzte Karriere beim Verbandsliga-Zweiten 1.FC Mühlhausen ausklingen.

Zurück zu Ehmann: Im Rückblick auf seine aktive Laufbahn, die er nach seiner TSG-Zeit bei Borussia Dortmund II fortsetzte, sagte der Doktorand vor einem Jahr im Gespräch mit der Homepage-Redaktion: „Die Profikarriere habe ich relativ schnell abgehakt, weil ich gemerkt habe, dass es für mich zu schwierig werden würde, in die erste oder zweite Liga zu kommen. Meine Freunde haben damals alle angefangen, zu studieren. Darauf hatte ich dann auch Lust.“ Nun kam also auch für ihn kurz vor Weihnachten die positive Nachricht, das Vertrauen als U15-Cheftrainer zu genießen.

Glück hatte Ehmann im Februar 2012, als er als einer von zwei A-Jugendlichen, der andere war Seifedin Chabbi, mit ins U23-Trainingslager nach Namibia durfte und aufgrund eines U19-Bundesliga-Spiels früher nach Deutschland zurückfliegen musste. So blieb beiden der Busunfall der U23 im Südwesten Afrikas erspart. Der gebürtige Österreicher Chabbi hat derweil noch nicht die Trainerkarriere eingeschlagen, sondern jagt in seiner Heimat noch immer dem Ball hinterher. Aktuell beim SV Ried, mit dem er sich im Bundesliga-Abstiegskampf befindet. Der Stürmer mit den tunesischen Wurzeln, der nach seiner Zeit in der Akademie (2009-13) unter anderem auch in der Schweiz, der Türkei und in Schottland kickte, hat in Hoffenheim auch auf andere Weise seine Spuren hinterlassen: Als im Spätjahr 2010 die erste Akademie-Broschüre gedruckt wurde, zierte Chabbi mit zwei weiteren Jugendspielern die Titelseite.

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Gestern Akademie, heute ... - die bisherigen Beiträge

1 | Debüts und ein besonderer Doppelpack
2 | Der schönste Moment
3 | Vorliebe für Fallrückzieher
4 | Tor zum Einstand, Assist zum Geburtstag

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