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10.02.2023

Marcel Throm: Rekordspieler an alter Wirkungsstätte

Er feierte mit der TSG Hoffenheim zwei Aufstiege und absolvierte 205 Pflichtspiele in Blau und Weiß: Marcel Throm hat an den ersten Kapiteln der Hoffenheimer Erfolgsgeschichte mitgeschrieben. Vor zweieinhalb Jahren ist der Odenwälder in anderer Funktion zur TSG zurückgekehrt und trainiert nebenberuflich einmal pro Woche die U9 der Kinderperspektivteams (KPT). Wir haben mit dem Vertreter der „alten Garde“ über Vergangenheit und Gegenwart gesprochen.

Eigentlich, so Throm, hätte man zur Bebilderung dieser Geschichte auch ein Foto aus seiner aktiven Zeit nehmen können, so sehr habe er sich nicht verändert – womit er nicht unrecht hat: Die Frisur ist dieselbe wie im Sommer 2000, als der damals 21-Jährige an die Silbergasse wechselte, und seine sportliche Figur hat sich der Linksverteidiger in den darauffolgenden 23 Jahren bewahrt.

Gemeinsam mit seinem einen Monat jüngeren Cousin Heiko Throm, der als Stürmer ebenfalls für die TSG spielte (2000-05), startete Marcel seine Laufbahn in seinem Heimatdorf beim SV Robern. In einer Zeit, als noch nicht in den unteren Jahrgängen intensiv gescoutet wurde (und die TSG noch in der Verbandsliga spielte), wechselte er erst spät zum nächstgrößeren Klub, dem FV Mosbach, und landete 1996 im Nachwuchs des SV Waldhof Mannheim, damals als Drittligist die Nummer eins in der Rhein-Neckar-Region.

Über Waldhof und Kirchheim zur TSG

1997 führte Trainer Uwe Rapolder bei den Blau-Schwarzen die Viererkette ein, für den Jugendspieler Marcel Throm, ein Linksfuß, kristallisierte sich die Position des Linksverteidigers heraus. „Ich habe mich aber zu einem Wechsel zur SG Kirchheim entschieden“, sagt Throm, der ab 1998 für die Heidelberger in der Oberliga Baden-Württemberg die Kickstiefel schnürte. Während die TSG unter Trainer Alfred Schön ebenfalls den Aufstieg in die Oberliga ansteuerte, scoutete sein designierter Nachfolger Hansi Flick den Kirchheimer Linksverteidiger. Im Sommer 2000 wechselte Marcel gemeinsam mit Heiko zur TSG Hoffenheim.

Beim Oberliga-Debüt der TSG beim VfL Kirchheim/Teck standen beide Throms in der Startelf, Heiko flog allerdings nach einer Tätlichkeit in der 38. Minute vom Platz – während Marcel durchspielte und trotz Unterzahl einen 3:0 (0:0)-Sieg einzufahren half. Die Saison endete, wie sie begonnen hatte: Mit einem 3:0 auf fremdem Platz. Der Auswärtserfolg beim VfR Heilbronn sicherte den Hoffenheimern (für die auch der heutige Präsident Kristian Baumgärtner auf dem Rasen stand) die Meisterschaft. Marcel Throm kam in jener Saison 32 Mal zum Einsatz, stand jedes Mal in der Startelf, und erzielte drei Tore. „Wir hatten einen Tiefpunkt, das war ein 0:5 in Sandhausen, aber ansonsten haben wir im Rundenverlauf eine unglaubliche Dynamik entwickelt und waren nicht mehr aufzuhalten.“ Die Meister-Feierlichkeiten begannen bereits im Heilbronner Frankenstadion und endeten Stunden später in Hoffenheim. Was dazwischen passierte, bleibt das Geheimnis der Beteiligten.

Es gibt ein Bild, auf dem zu sehen ist, wie ein jubelnder Marcel Throm unmittelbar nach dem Schlusspfiff TSG-Keeper Kevin Knödler auf der Tartanbahn unter sich begräbt. Die Beiden arbeiten noch heute zusammen, wenn auch nicht mehr auf dem Rasen: Seit 2000 ist Throm bei der SAP angestellt und ebenso wie Knödler für das Erstellen von E-Learning-Tutorials verantwortlich. Direkte Kollegen also.

Zwei Aufstiege und mehrere DFB-Pokalschlachten

Ein weiterer ehemalige Weggefährte Throms ist Denis Bindnagel. Der heutige Akademie-Mitarbeiter (Administration und U16-Co-Trainer) stieß zur ersten Regionalliga-Saison 2001/02 zur TSG. Das Duo Throm/Bindnagel hatte bereits in Kirchheim zusammengespielt. 116 Mal, so häufig wie mit keinem anderen Hoffenheimer, stand Throm mit Bindnagel gemeinsam auf dem Platz (gefolgt von Knödler, 92 Mal, und Matthias Born, 77 Mal). So auch am 5. Mai 2007, als die von Ralf Rangnick trainierte TSG mit einem 4:0 im Dietmar-Hopp-Stadion gegen die Sportfreunde Siegen den Sprung in die Zweite Liga klarmachte. „Natürlich sind die beiden Aufstiege die Highlights meiner Karriere“, bestätigt Throm. „Ich blicke aber auch gerne auf die eine oder andere DFB-Pokalschlacht zurück.“ So wie das „legendäre“ 3:2 gegen Bayer Leverkusen im Achtelfinale 2003/04, als der Dorfverein aus der Regionalliga den Champions-League-Finalisten von 2002 aus dem Wettbewerb warf und somit erstmals national für Aufsehen sorgte. Für die Werkself liefen unter anderem der Brasilianer Lúcio, der Bulgare Dimitar Berbatov sowie die deutschen Nationalspieler Bernd Schneider und Oliver Neuville auf.

„Ich hatte eine sehr schöne Zeit in Hoffenheim“, sagt Throm, und bezieht das erste Halbjahr 2007/08 mit ein, auch wenn er in der Zweiten Liga keine Einsatzzeit mehr erhielt. „Als Stammspieler in der Regionalliga, dachte ich, dass ich auch in der Zweiten Liga eine Chance bekomme. Das war allerdings nicht so.“ Einzige Ausnahme: Der 4:2-Erfolg nach Verlängerung in der ersten DFB-Pokal-Runde gegen den FC Augsburg, als Throm kurz vor Schluss eingewechselt wurde. In der Winterpause entschloss sich der Verteidiger schließlich zu einem Wechsel, nachdem die aus der Zweiten Liga abgestiegenen Sportfreunde aus Siegen angeklopft hatten. Der Abschied fiel Throm schwer, zumal er sich mit Spielern wie Bindnagel, Jochen Seitz, Francisco Copado, Sejad Salihović oder auch Bobo Mayer hervorragend verstanden hatte. „Aber so sind nunmal die Mechanismen des Fußballs.“

Nach einer halben Saison in Siegen (3. Liga) kehrte Marcel Throm in die Region zurück, spielte zwei Jahre für den SV Sandhausen und anschließend vier weitere für die SpVgg Neckarelz – jeweils wieder an der Seite Denis Bindnagels.  Aufgrund gesundheitlicher Probleme musste Throm seine Karriere im Juni 2014 beenden. Ein Jahr später half er noch einmal für zwei Spiele beim abstiegsbedrohten Kreisligisten SV Robern aus.

Seit 2020 als KPT-Trainer in Hoffenheim

Der heimatverbundene Familienvater lebt heute mit seiner Frau, den beiden Töchtern und der Labradorhündin in Fahrenbach und blickt mit Stolz auf seine Karriere zurück: „Natürlich führen die sieben Jahre in Hoffenheim die Liste der schönen Erinnerungen an. Es hat mich auch sehr gefreut, dass ‚die alte Garde‘ zur Eröffnung der PreZero Arena im Januar 2009 eingeladen wurde und ich bei der Premiere der neuen TSG-Heimat viele ehemalige Weggefährten wieder getroffen habe.“ Dass die früher engen Kontakte sich nach und nach auflösen, sei völlig normal. Aber gerade kürzlich waren Throm (und Bindnagel) beim 40. Geburtstag eines ehemaligen Teamkollegen eingeladen – und haben alte Anekdoten aufgefrischt.

Losgelassen hat ihn der Fußball nicht, hin und wieder ist Throm auch mit 43 Jahren noch in der Kreisliga Mosbach aktiv: Als Spieler und als Teil des Trainerteams des VfR Fahrenbach. Neben seinem Hauptberuf bei der SAP arbeitete er als Scout, und so kam auch der erneute Kontakt zur TSG zustande. „Damals, im Frühjahr 2020, war jedoch im Scouting keine Stelle frei, allerdings ergab sich über den damaligen Koordinator Arne Stratmann die Möglichkeit, das Kinderperspektivteam zu trainieren. Für mich war es eine schöne Sache, mich bei meinem alten Klub wieder einbringen zu können, also habe ich zugesagt.“

Dann kam die Corona-Pause, die lange Zeit nur Online-Trainings zuließ. Einem Gebiet, auf dem Throm von Berufs wegen zu Hause ist. Seit der Rückkehr zur Normalität steht der Mann mit den meisten Regionalliga-Einsätzen für die erste Mannschaft der TSG Hoffenheim (163) einmal die Woche im Grundlagenzentrum Zuzenhausen auf dem Kunstrasen, um mit Melanie Fink und dem ehemaligen Akademie-Spieler Yannick Wöppel die U9 anzuleiten. „Ich habe keinen ausdefinierten Karriereplan als Trainer, vielleicht gehe ich auch eines Tages ins Scouting zurück. Im Moment habe ich Spaß, den jüngsten TSG-Talenten den einen oder anderen Tipp aus meiner aktiven Zeit weiterzugeben.“

 

Fun Fact

Spieler mit den meisten Einsätzen für die erste Mannschaft der TSG Hoffenheim in der Regionalliga:

1. Marcel Throm, 163
2. Denis Bindnagel, 151
3. Kevin Knödler, 115
4. Timo Böttjer, 97
5. Thorsten Thee, 93
6. Stephan Sieger, 90
7. Thomas Ollhoff, 89
8. Matthias Born, 88
9. Matthias Örüm, 87
10. Dragan Paljić, 77

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